Landhaus Lebert – Windelsbach

Bevor Restaurantgäste im Landhaus Lebert die Rechnung verlangen und sich auf den Heimweg machen, lassen sie sich meist rasch noch einen kleinen Vorrat an Fischpfeffer oder Orangensalz einpacken. Auch Nicht-Kochkünstler verleihen einfachen Gerichten damit einen besonderen Pfiff. Erfahrene Hobbyköche schwören hingegen auf die feine Mischung aus Kreuzkümmel, Fenchel, Ingwer, Koriander und Senfsaat, mit der Manfred Lebert seine Klassiker wie "Alb-Linsen und Saibling" verfeinert.

Im beschaulichen Windelsbach, einem Örtchen mit 400 Seelen, nur 10 Kilometer von Rothenburg ob der Tauber entfernt, liegt das Landhaus Lebert. Ein ehemaliger Bauernhof, den Manfred und Gabriele Lebert mit fränkischer Küche zum Wallfahrtsort für Besser-Esser gemacht haben. "Meine Küche ist erlesen, aber mit Bodenhaftung", sagt Manfred Lebert und tischt mit Leidenschaft und seinen Gewürzen zu Edelsteinen polierte Gerichte auf. Das Beste, was die Region zu bieten hat: Limpurger Rind, Linsen von der Schwäbischen Alb, Spätzle aus Dinkelmehl oder die fast vergessene Kartoffelsorte Bamberger Hörnchen. Dabei ist Lebert keineswegs radikal, seine Pfannen kommen durchaus auch mit Steinbutt von weiter weg in Berührung. Radikal, oder positiv ausgedrückt, ganz eindeutig ist sein Standpunkt, wenn es um Tierhaltung geht und den Respekt, den die Natur verdient.

In 25 Jahren sind Leberts zu einer Institution ihrer Region geworden. "Unser Wohnzimmer auf dem Land" nennen Gäste ihr Restaurant liebevoll und schwärmen von der fast "himmlischen Nachtruhe" und dem "Wohlgeruch der freien Natur". Eigens für Leberts einfachen Rostbraten mit Kruste oder seine Bratwurst, mit oder ohne Morcheln, reisen Gäste an. Oder für seine individuellen Gewürzmischungen, die mit Hilfe einer vor 15 Jahren speziell nach seinen Vorgaben gefertigten Mühle – besonders schonend – entstehen.

© STERNKLASSE-Magazin 2015