il Grand Hotel di Rimini

Mit Freunden, die wie er aus ärmlichen Verhältnissen stammen, drückt sich Federico Fellini in den späten 1920er Jahren häufig vor dem „Grand Hotel Rimini“ herum und träumt von der großen Welt. „Wir erspähten die nackten Rücken von Frauen, die wie Gold erschienen, umfangen von den Armen der Männer im weißen Smoking“, schreibt Fellini später. Da hatte er es als Regisseur bereits zu Weltruhm gebracht. Zeit seines Lebens wird er die Menschen in diesem Grandhotel beobachten, sich von ihnen inspirieren lassen. Die Suite mit der Nummer 315 wird eines seiner Lieblingszimmer werden; hier wird er im Alter von 73 – eben erst mit dem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk von Hollywood ausgezeichnet – einen Schlaganfall erleiden, von dem er sich nicht wieder erholt und an dem er sechs Monate später stirbt. Doch zwanzig Jahre zuvor setzt Fellini dem „Grand Hotel Rimini“ ein cineastisches Denkmal in seinem Oscar-prämierten Film „Amarcord“. Geschichte geschrieben haben auch König Faruk von Ägypten, der japanische Kronprinz und spätere Kaiser Hirohito, der Dalai Lama und Lady Di, die sich im Gästebuch des Grand Hotels eingeschrieben haben, doch Fellini lockt auch zwanzig Jahre nach seinem Tod Gäste und Mitarbeiter aus allen T eilen der Welt nach Rimini.

Wie Fellini träumte auch ein anderer Junge aus der Gegend von Ruhm, Anerkennung, gesellschaftlichem Aufstieg – und vom „Grand Hotel Rimini“. Tonino, der Sohn eines einfachen Maurers, radelte als Kind häufig an dem fünfstöckigen Jugendstil-Gebäude (Liberty-Stil) vorbei. Manchmal fragte er sich dabei, was es wohl kosten würde. Dabei interessierte ihn nicht der Preis einer Übernachtung, sondern der des Hotels. Vom einfachen Kellner brachte es der Junge in seinem Leben zu einem Hotel-Imperium, das er 2007 mit dem Kauf des „Grand Hotel Rimini“ krönte. 65 Millionen Euro war der Preis. Seitdem hat Antonio Batani (75) weiterhin viel investiert. In seinem Kopf und in seinem Herzen lebt die Vorstellung von der Strahlkraft des Grandhotels aus seinen Kindertagen und er ist fest entschlossen, das Haus wieder zum „Symbol des Sommers“ werden zu lassen. Mit Gottes Hilfe und Fellinis Geist.

… und die Fantasie in ihren Träumen kreiste um das Grand Hotel Rimini.

15 Kilometer Sandstrand,

eine Armee von Sonnenschirmen und 1.250 Hotels. Rimini hat 150.000 Einwohner. Die Zeiten, in denen Menschen eng wie die Heringe („Teutonengrill“) aufeinander hockten, sind jedoch vorbei. Jede zweite Liege blieb im Krisenjahr 2013 leer. Die meistgesprochene Touristensprache ist Russisch.

Familiengrab

Auf dem Friedhof gleich am Eingang steht das Denkmal, das Arnaldo Pomodoro geschaffen hat. Es erinnert an das Bug des Schiffes „Rex“ aus Fellinis Film „Amarcord“. Hier haben Fellini († 1993), seine Frau († 1994) und ihr einziger Sohn, der 1945 wenige Tage nach der Geburt starb, ihre gemeinsame Grabstätte.

Federico Fellini

ist der wohl berühmteste Sohn der Stadt. Nach ihm ist der Park vor dem Grand Hotel Rimini benannt und auch der Flughafen, dessen Logo seine Silhouette zeigt, mit dem für ihn typischem roten Schal und dem schwarzen Hut.

Das Nachtleben

hatte seinen Höhepunkt in den 1990er Jahren mit etwa 130 Diskotheken. Heute sind es noch etwa 20. Viel Livemusik ist in den Straßen unterwegs; das touristische Publikum ist jung, die Stimmung fröhlich. Das brachte Rimini den Titel „Miami Beach von Europa“ ein.

Grand Hotel Rimini
parco Federico Fellini 1, 47921 Rimini
www.grandhotelrimini.com
Tel. 0039 054 15 60 00

© STERNKLASSE-Magazin 2013

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